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FARR Wirtschaftsprüfung GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

1. Vorwort und vier Wirtschaftsprüfer-Rätsel sowie neue Arbeitshilfen auf der FARR-Webseite

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Berufskolleginnen und -kollegen,

Sie erhalten heute den FARR-WP-Newsletter Nr. 58.
Viel Spaß beim Lesen, natürlich auch beim Lösen der Wirtschaftsprüfer-Rätsel

Nr. 1: Weinkeller

In einem Weinkeller sind 200 Flaschen, davon 198 Weißwein und 2 Rotwein. Der Anteil des Weißwein beträgt somit 99 %.

Frage: Wieviel Weißwein-Flaschen muss man trinken, damit der Anteil dann nur noch 98 % beträgt?

Nr. 2: Seerosenteich

Auf einem Teich wachsen Seerosen. Die Anzahl dieser Seerosen verdoppelt sich jeden Tag. Nach 36 Tagen ist der Teich ganz mit Seerosen bedeckt.

Frage: Nach wie vielen Tagen ist er zu 25 % mit Seerosen bedeckt?

Nr. 3: Baseball

Ein Baseballschläger und ein Baseball kosten zusammen 11,00 €.

Der Baseball ist 10,00 € billiger als der Baseballschläger.

Frage: Was kostet der Baseball?

Nr. 4: Wassermelonen

Sie haben 1 t Wassermelonen, deren Wassergehalt 99 % beträgt; der Rest von 1 % sind die festen Bestandteile. Nachdem die Wassermelonen nun einen ganzen Tag in der heißen Sonne gelegen haben, ist ihr Wassergehalt auf 98 % gesunken.

Frage: Welches Gewicht bringen die Melonen insgesamt jetzt noch auf die Waage?

Lösungen zu den Wirtschaftsprüfer-Rätseln

  • Nr. 1: Man muss 100 Flaschen Weißwein trinken, dann sind es 98 Weißwein und 2 Rotwein, d.h. 98 %.
  • Nr. 2: Nach 34 Tagen. Am Tag 35 dann 50 % und am Tag 36 dann 100 %.
  • Nr. 3: Baseball 0,50 €; Baseball-Schläger 10,50 €.
  • Nr. 4: 500 kg. Vorher 990 kg Wasser und 10 kg feste Bestandteile (= 99 %).
    Nachher: 490 kg Wasser und unverändert 10 kg feste Bestandteile (= 98 %).

Adventsrätsel

Es waren einmal ein perfekter Mann und eine perfekte Frau. Sie begegneten sich, und da ihre Beziehung perfekt war, heirateten sie. Die Hochzeit war einfach perfekt. Und ihr Leben zusammen war selbstverständlich ebenso perfekt.

An einem verschneiten, stürmischen Weihnachtsabend fuhr dieses perfekte Paar eine kurvenreiche Straße entlang, als sie am Straßenrand jemanden bemerkten, der offenbar eine Panne hatte.

Da sie das perfekte Paar waren, hielten sie an, um zu helfen. Es war der Weihnachtsmann mit einem riesigen Sack voller Geschenke. Da sie die vielen Kinder am Weihnachtsabend nicht enttäuschen wollten, lud das perfekte Paar den Weihnachtsmann mitsamt seiner Geschenke in ihr Auto. Und bald waren sie daran, die Geschenke zu verteilen. Unglücklicherweise verschlechterten sich die (ohnehin schon schwierigen) Straßenbedingungen immer mehr, und schließlich hatten sie einen Unfall. Nur einer der drei überlebte.

Wer war es? (Erst überlegen und dann nach unten scrollen.)

 

 

 

 

Es war die perfekte Frau.

Sie war die einzige, die überhaupt existiert hatte. Jeder weiß, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, und erst recht keinen perfekten Mann.

Für Frauen endet das Rätsel hier. Männer bitte weiter lesen (nach unten scrollen).

 

 

 

 

Wenn es also keinen Weihnachtsmann und keinen perfekten Mann gibt, muss die perfekte Frau am Steuer gesessen haben. Das erklärt, warum es einen Unfall gegeben hat.

Wenn Sie übrigens eine Frau sind und dies lesen (obwohl sie oben schon aufhören sollten weiter zu lesen), wird dadurch noch etwas bewiesen: Frauen tun nie das, was man ihnen sagt.

Fröhliche Vorweihnachtszeit!

Neue Arbeitshilfen auf der FARR-Webseite

  • Auf der FARR-Webseite werden zahlreiche Arbeitshilfen als Download kostenlos zur Verfügung gestellt, die nunmehr aktualisiert wurden, z.B.: Anhang- und Lageberichtchecklisten
  • Nachweisbogen zur Überwachung/Durchsicht sowie zur Berichtskritik
  • Nachschaufragebögen
  • Neue Regelungen für das Organisationshandbuch (z.B. Auslagerung, Auftragsdatei, Prüfungsakte, Nachschau, etc.)

Mit kollegialen Grüßen aus Berlin
Ihr Dr. Wolf-Michael Farr

 

2. Jahresende 1: „Advent, Advent ein Lichtlein brennt!“

Da dies unser letzter WP-Newsletter vor Weihnachten ist, wünschen wir Ihnen bereits heute eine frohe Adventszeit und ein geruhsames Weihnachtsfest.

Als langjähriger Loriot-Fan möchte ich Sie heute wieder an sein köstliches Weihnachtsgedicht erinnern. Vielleicht brauchen Sie ja noch eine Idee für eine Geschichte um den Weihnachtsbaum?

„Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis' herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.

Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimespflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.

Drum kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muss es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh'
das Häslein tat die Augen zu,

erlegte sie - direkt von vorn -
den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei, drei, viermal die Schnuppernase.

Und ruhet weiter süß im Dunkeln
derweil die Sterne traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muss die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmannssitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück.

Und zum Schluss - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.

Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runden macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!

„He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?“
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau ist schon bereit:

„Die sechs Pakete, heiliger Mann,
's ist alles, was ich geben kann.“
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent!“

[LORIOT]

 

3. Jahresende 2: Steuerliche Absetzbarkeit von Weihnachtsfeiern und von Präsenten an Geschäftsfreude

a) Steuerliche Behandlung der (Weihnachts-) Geschenke an Geschäftsfreunde

Es soll noch Unternehmen und auch WP’s geben, die zum Jahresende (kleine) Geschenke an Geschäftsfreunde verteilen. Für die steuerliche Abzugsfähigkeit ist hier auf Folgendes zu achten:

  1. Geschenke an Geschäftsfreunde sind nur bis zu einem Wert von 35 € netto ohne USt p.a. und pro Empfänger abzugsfähig (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG).
  2. Nichtabziehbare Vorsteuer (z. B. bei Versicherungsvertretern, Ärzten) ist in die Ermittlung der Wertgrenze mit einzubeziehen; hier darf der Bruttobetrag (inkl. USt) nicht mehr als 35 € betragen.
  3. Ferner muss eine ordnungsgemäße Rechnung vorhanden sein. Der Schenker muss auf dieser den Namen des Empfängers vermerken. Bei Rechnungen mit vielen Positionen sollte eine gesonderte Geschenkeliste mit den Namen der Empfänger sowie der Art und der Betragshöhe des Geschenks gefertigt werden.
  4. In der Buchhaltung müssen diese Aufwendungen auf ein besonderes Konto der Buchführung „Geschenke an Geschäftsfreunde“, getrennt von allen anderen Kosten, gebucht werden.
  5. Überschreitet die Wertgrenze sämtlicher Geschenke pro Person und pro Wirtschaftsjahr den Betrag von 35 € oder werden die formellen Voraussetzungen nicht beachtet, sind die Geschenke an diese Personen insgesamt nicht abzugsfähig.
  6. Unternehmer haben bei betrieblich veranlassten Geschenken die Möglichkeit, eine Pauschalsteuer von 30 % (zzgl. SolZ und Kirchensteuer) zu leisten (§ 37b EStG). Um bei hohen Sachzuwendungen eine Besteuerung mit dem individuellen Steuersatz des Empfängers zu gewährleisten, ist die Pauschalierung ausgeschlossen, soweit die Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr oder je Einzelzuwendung 10.000 € übersteigen. Die Zuwendungen sind aufzuzeichnen, auch um diese Grenze prüfen zu können (§ 4 Abs. 7 Satz 1 EStG).
    Als Folge der Pauschalversteuerung durch den Zuwendenden muss der Empfänger die Zuwendung nicht versteuern (§ 37b EStG). In einem koordinierten Ländererlass hat die Finanzverwaltung zur Anwendung dieser Regelung Stellung genommen. Danach gilt Folgendes: Grundsätzlich ist das Wahlrecht zur Anwendung
    der Pauschalierung der ESt für alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewährten Zuwendungen einheitlich auszuüben; es ist jedoch zulässig, die Pauschalierung jeweils gesondert für Zuwendungen an Dritte (z. B. Geschäftsfreunde und deren Arbeitnehmer) und an eigene Arbeitnehmer anzuwenden.
    Streuwerbeartikel (Sachzuwendungen bis 10 €) müssen nicht in die Bemessungsgrundlage der Pauschalierung einbezogen werden (keine Besteuerung).
    Bei der Prüfung, ob Aufwendungen für Geschenke an einen Nichtarbeitnehmer die Freigrenze von 35 € pro Wirtschaftsjahr übersteigen, ist die übernommene Steuer nicht mit einzubeziehen. Die Abziehbarkeit der Pauschalsteuer als Betriebsaus gabe richtet sich danach, ob die Aufwendungen für die Zuwendung als Betriebsausgabe abziehbar sind. Der Unternehmer muss den Zuwendungsempfänger darüber informieren, dass er die Pauschalierung anwendet (ohne besondere Form).
  7. BFH-Urt. vom 30.03.2017 (IV R 13/14): Hiernach unterliegt die Übernahme der pauschalen ESt als weiteres Geschenk (ist ein vermögenswerter Vorteil) dem Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 EStG. Das BMF hat das Urteil nun im BStBl 2017 II, 892 veröffentlicht, in einer Fußnote wurde es aber für nicht anwendbar erklärt. Es bleibt daher bei der bish. Vereinfachungsregel in RZ 25 des BMF-Schr. vom 19.05.2015 (BStBl 2015 I, 468), d.h. es gilt die 35-Euro-Grenze (noch keine Rechtssicherheit).

b) Steuerliche Behandlung der Aufwendungen für Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen (einschl. Weihnachtsfeiern)

Für Betriebsveranstaltungen und damit auch für die (anstehenden) Weihnachtsfeiern gibt es seit 01.01.2015 gesetzl. Regelungen (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a EStG). Für Mitarbeiter können bis zu zwei Betriebsveranstaltungen p.a. steuer- und sozialversicherungsfrei ausgerichtet werden. Das gilt, sofern die Kosten den Freibetrag von 110 € je Betriebsveranstaltung und teilnehmendem Arbeitnehmer nicht übersteigen wird die Wertgrenze überschritten, muss nur der übersteigende Teil versteuert werden.

Das BMF hat mit Schr. vom 14.10.2015 (BStBl. 2015 I, 832) nochmals klargestellt:

  1. Eine Betriebsveranstaltung liegt vor, wenn es sich um eine Veranstaltung auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter handelt (z. B. Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern).
  2. Die Veranstaltung muss allen Angehörigen des Betriebs, eines Teilbetriebs oder einer in sich geschlossenen betrieblichen Organisationseinheit offen stehen.
  3. Zuwendungen im Rahmen einer Betriebsveranstaltung sind alle Aufwendungen des Arbeitgebers inkl. USt. Das ist unabhängig davon, ob sie einzelnen Arbeitnehmern individuell zurechenbar sind oder es sich um einen rechnerischen Anteil an den Kosten der Betriebsveranstaltung handelt, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendet (z. B. Raummieten; auch Kosten für Begleitpersonen des Mitarbeiters sind zu berücksichtigen).
  4. Soweit solche Zuwendungen den Betrag von 110 € je Betriebsveranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer nicht übersteigen, bleiben sie beim Arbeitnehmer (wegen des Freibetrags) steuerlich unberücksichtigt.
  5. Übersteigen die Kosten für eine von zwei Betriebsveranstaltungen den Freibetrag von 110 € und/oder nimmt ein Arbeitnehmer an weiteren Betriebsveranstaltungen teil, sind die insoweit anfallenden zusätzlichen Kosten steuerpflichtig. Der Arbeitgeber kann diesen Arbeitslohn pauschal mit 25 % versteuern (§ 40 Abs. 2 EStG). Dies gilt allerdings nur dann, wenn die Teilnahme an der Veranstaltung allen Arbeitnehmern offen stand.
 

4. Jahresende 3: Zum 31. Dezember sind die Abschlüsse wieder offenzulegen - Was hat der WP/StB damit zu tun?

Quellen: 

  • IDW: Fachlicher Hinweis: Aufgaben des Abschlussprüfers im Zusammenhang mit der Offenlegung von Abschlussunterlagen nach dem EHUG (Stand: 21.02.2007).
  • IDW: Praxishandbuch 2017 / 2018: 11. Aufl., Düsseldorf 2017, B-9.1. Leitfaden für die Prüfung der Offenlegung.
  • WPK: Neue Anforderungen an die Offenlegung von Abschlüssen nach BilRUG, WPK Magazin 3/2017, S. 25.
  • Bundesamt für Justiz: Pressemitteilung Nr. 03/2017 v. 26.10.2017: Jahresabschlüsse für das Geschäftsjahr 2016: Fristablauf für die Offenlegung beachten; StBK Berlin Newsletter 27/2017 v. 30.10.2017; ferner WPg 22.2017, S. 1314.

a) Neue Offenlegungsregeln durch das BilRUG

  • Das BilRUG sieht für JA ab GJ 2016 folgende neue Offenlegungsvorschriften vor (Art. 75 Abs. 1 EGHGB).
  • Die Offenlegungsfrist ist jetzt „binnen des Jahres“ (§ 325 Abs. 1a HGB). Es besteht keine Möglichkeit der Fristverlängerung
    => Der JA 31.12.2016 muss spätestens bis zum 31.12.2017 offengelegt werden.
  • Die Unterlagen sind stets in deutscher Sprache offenzulegen (§ 325 Abs. 1 HGB).
  • Folgende Unterlagen sind beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers einzureichen (§ 325 Abs. 1 HGB):
  1. Der festgestellte JA bzw. der gebilligte KA.
  2. Der Lagebericht (evtl. ab 2018 mit dem neuen „Entgeltbericht“) bzw. Konzernlagebericht.
  3. Der Bestätigungs- bzw. Versagungsvermerk (eine fristwahrende Nachreichung des Bestätigungsvermerks ist ab GJ 2016 nicht mehr möglich!).
  4. Der Bericht des Aufsichtsrats und die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG (kann beides auch ohne Sanktionen nach Vorliegen „unverzüglich“ nachgeliefert werden).
  5. Der Ergebnisverwendungsbeschluss (§ 325 Abs. 1b Satz 2 HGB; der Ergebnisverwendungsvorschlag ist ja regelmäßig bereits Teil des Anhangs); der Beschluss
    kann auch gemeinsam mit den anderen Unterlagen offengelegt werden; die kleine Gesellschaft braucht den Ergebnisverwendungsvorschlag bzw. -beschluss nicht in den Anhang aufzunehmen (§ 288 Abs. 1 HGB) und damit auch nicht offenzulegen. Insb. bei einem Gesellschafter galt bisher die „Schutzklausel“ des § 325 Abs. 1 Satz 4 HGB a.F., die - obwohl gestrichen - wohl weiter gelten soll (wegen Datenschutz).
  6. Weiterhin ist das Datum der Feststellung des JA oder der Billigung des KA bei der Offenlegung anzugeben (§ 328 Abs. 1a Satz 1 HGB).

b) Was hat der WP/StB mit der Offenlegung zu tun?

Für den WP/StB ergeben sich im Zusammenhang mit der Offenlegung der Abschlussunterlagen
seiner Mandanten drei Problembereiche:

  1. Erstellung des Offenlegungs- / Testatsexemplars durch den Abschlussprüfer
  2. Unterstützung bei der Offenlegung durch den WP/StB
  3. Prüfung der Offenlegung im Rahmen der (nächsten) Abschlussprüfung

Zu (1) Erstellung des Offenlegungs- / Testatsexemplars durch den Abschlussprüfer

Vor der neuen Rechtslage (EHUG gilt ab GJ 2006) diente das Original des Testatsexemplars (in Papier) zur Erfüllung der Offenlegungspflichten beim Handelsregister. Das Zweit-Exemplar verblieb beim Mandanten und das Dritt-Exemplar beim APr.

Seit EHUG ist nach wie vor ein gebundenes Testatsexemplar zum Verbleib beim geprüften Unternehmen auszuliefern, da die Unterzeichnung der Unterlagen weiterhin vorgeschrieben ist (§§ 244, 322 Abs. 7 HGB). Zum Zwecke der Offenlegung sind JA / LB und der BV des APr elektronisch beim eBAnz einzureichen.

Mandanten treten daher an den APr heran, das Testatsexemplar in Form einer elektronischen Datei zu liefern, die von eBAnz für die Offenlegung akzeptiert wird. Aus dem fachlichen Hinweis des IDW (Stand: 21.02.2007) ergibt sich hierzu Folgendes:

  • Pflicht zur Auslieferung des gebundenen Testatsexemplars in Papierform an das geprüfte Unternehmen (Beendigung des Werkvertrags)
  • Pflicht ist Teil der Hauptpflicht aus dem Prüfungsauftrag
  • APr hat sicherzustellen, dass die Unterlagen keinen Übertragungsfehler aufweisen
  • Einzureichende Unterlagen müssen in eine elektronische Datei transformiert werden (keine elektronische Signatur notwendig)
  • APr sollte die Testatsdatei erst dann an den Mandanten übermitteln, wenn auch das gebundene Testatsexemplar mit Unterschrift und Siegel an den Mandanten (zeitgleich) versandt wurde

Zu (2) Unterstützung bei der Offenlegung durch den WP/StB

Auch wenn die Offenlegungspflicht die gesetzlichen Vertreter der KapG selbst trifft, können sie diese Aufgabe delegieren (z. B. an den WP/StB). Nach Ansicht des IDW (vgl. fachlicher Hinweis vom 21.02.2007) sollte der WP allerdings nicht vertraglich vereinbaren, dass er im Auftrag des Unternehmens die Offenlegungspflichten übernimmt, und zwar aus drei Gründen:

  • APr verfügt nicht immer über die übrigen offenzulegenden Unterlagen
  • APr kann die erforderlichen Angaben (z. B. Datum der Feststellung des JA) nicht aus eigener Kenntnis machen
  • Die fristgerechte und vollständige Erfüllung der Offenlegungspflichten stehen unter starkem Sanktionsdruck (=> wer zahlt dann bei Fehlern das Ordnungsgeld von 2.500 € oder mehr?) Vgl. dazu auch unten TOP 15.

Wenn der WP/StB hier dennoch helfen möchte, dann muss er eine differenzierte Vereinbarung mit dem Mandanten abschließen (zu regeln sind insb. die Verantwortung für die Offenlegung, die Unterschrift des Mandanten unter die offenzulegenden Unterlagen, das Honorar, etc.); vgl. dazu den aktuellen Hinweis der BStBK vom 03./04.2017 (Hinweise zur Offenlegung nach den §§ 325 ff. HGB).

Zu (3) Prüfung der Offenlegung im Rahmen der (nächsten) Abschlussprüfung

Der APr ist nicht verpflichtet, die Offenlegung auf Vollständigkeit oder auf inhaltliche Richtigkeit zu überprüfen (vgl. WPH 2017, Bd. 1, 15. Aufl., N 19 ff.; BeBiKo, 10. Aufl., § 325 Anm. 107).

Erfährt der APr aber von unzutreffenden Veröffentlichungen unter Verwendung seines BV, hat er einen zivilrechtlichen Anspruch auf Unterlassung; in gravierenden Fällen ist er gehalten, den Vorstand / AR zu ersuchen, eine Richtigstellung zu veranlassen (vgl. IDW PS 400, Tz. 16).

Wird dem APr während seiner Prüfung bekannt, dass die Offenlegungspflichten bzw. -fristen nicht erfüllt wurden, hat er darauf in seinem Prüfungsbericht hinzuweisen („Redepflicht“; § 321 Abs. 1 Satz 3 HGB => vgl. IDW PS 450, Tz. 50).

Wegen Einzelheiten verweisen wir auf die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 2/2017“ A. TOP 4 und 5; vgl. unten TOP 19.

 

5. Jahresende 4: Die nächste Inventurbeobachtung steht vor der Tür!

Quellen: 

  • FARR-Prüfercheckliste Nr. 3: Checkliste für die Inventurbeobachtung, 4. Aufl. (Stand: 01.11.2013).
  • FARR-Prüfercheckliste Nr. 6: Checkliste für die Inventurbeobachtung im Material und Warenlager, 3. Aufl. (Stand: 01.11.2013); steht auch in DATEV AP Comfort zur Verfügung.
  • IDW PS 301: Prüfung der Vorratsinventur (Stand: 24.11.2010).

Wie zuletzt in unserem WP-Newsletter Nr. 38 vom 01.12.2012 (TOP 13) beschrieben, steht zum Jahresende, also in Kürze wieder, die Verpflichtung zur Inventur und deren Prüfung (Inventurbeobachtung) an.

Für alle Kaufleute, die nach den handelsrechtlichen oder steuerlichen Vorschriften (§§ 240, 241 HGB und §§ 140, 141 AO) Bücher führen und im Laufe des Geschäftsjahrs keine permanente Inventur vornehmen, ergibt sich zum Jahresende die Notwendigkeit zu Bestandsaufnahmen als Voraussetzung für die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung.

Steuerliche Teilwertabschreibungen können nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen werden; diese Voraussetzungen müssen zu jedem Abschlussstichtag neu - im Rahmen der Inventur - nachgewiesen werden.

Die Bestandsaufnahmen sind grundsätzlich am Abschlussstichtag vorzunehmen. Aufgrund der oft sehr zeitaufwendigen Inventurarbeiten gibt es folgende Erleichterungen für die Inventurarbeiten:

  1. Bei der sog. zeitnahen Inventur können die Bestandsaufnahmen innerhalb von 10 Tagen vor oder nach dem Abschlussstichtag stattfinden. Zwischenzeitliche Bestandsveränderungen durch Ein- oder Verkäufe sind zuverlässig festzuhalten.
  2. Bei der zeitlich verlegten Inventur können die Bestandsaufnahmen innerhalb der letzten 3 Monate vor oder der ersten 2 Monate nach dem Abschlussstichtag vorgenommen werden. Diese Inventur erfordert eine wertmäßige Fortschreibung bzw. Rückrechnung der durch die Inventur ermittelten Bestände zum Abschlussstichtag. Eine nur mengenmäßige Fortschreibung / Rückrechnung reicht nicht aus. Für Bestände, die durch Schwund, Verderb und ähnliche Vorgänge unvorhersehbare Abgänge erleiden können und für besonders wertvolle Güter ist nur die Stichtagsinventur zulässig. Zu beachten ist hier, dass Steuervergünstigungen wie das Verbrauchsfolgeverfahren, die auf die Zusammensetzung der Bestände am Abschlussstichtag abstellen, nicht in Anspruch genommen werden dürfen.
  3. Bei der sog. Einlagerungsinventur mit automatisch gesteuerten Lagersystemen (z. B. nicht begehbare Hochregallager) erfolgt die Bestandsaufnahme laufend mit der Einlagerung der Ware (=> Bedenken bei nicht bewegten Gegenständen).
  4. Das Stichproben-Inventurverfahren erlaubt eine Inventur mit Hilfe anerkannter mathematisch-statistischer Methoden auf Grund von Stichproben. Die Stichprobeninventur muss den Aussagewert einer konventionellen Inventur haben (wenn die statistischen Aussagen einen Sicherheitsgrad von 95 % erreichen und relative Stichprobenfehler 1 % des gesamten Buchwerts nicht überschreiten). Hochwertige Güter und Gegenstände, die einem unkontrollierten Schwund unterliegen, sind nicht in dieses Verfahren einzubeziehen.
  5. Das Festwertverfahren kann auf Sachanlagen sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe angewendet werden. Voraussetzung ist, dass die Gegenstände im Gesamtwert für das Unternehmen von nachrangiger Bedeutung sind, der Bestand in Größe, Zusammensetzung und Wert nur geringen Veränderungen unterliegt und die Gegenstände regelmäßig ersetzt werden. Eine körperliche Inventur ist bei diesen Gegenständen i.d.R. alle drei Jahre (in Ausnahmefällen nach fünf Jahren) oder bei wesentlichen Mengenänderungen sowie bei Änderungen in der Zusammensetzung vorzunehmen.
  6. Bei Anwendung des Verfahrens der permanenten Inventur ist darauf zu achten, dass bis zum Abschlussstichtag alle Vorräte nachweislich einmal aufgenommen worden sind. Darüber ist ein Nachweis zu führen.

Folgende Punkte sind bei der Bestandsaufnahme unbedingt zu beachten:

  • Alle Vermögensgegenstände (Wirtschaftsgüter) sind lückenlos und vollständig zu erfassen.
  • Die Aufzeichnungen sind so zu führen, dass eine spätere Nachprüfung möglich ist.
  • Die Bestandsaufnahmelisten sollten so gegliedert werden, dass sie den räumlich getrennt gelagerten Vorräten entsprechen.
  • Diese Listen sind von den aufnehmenden Personen abzuzeichnen.
  • Wenn nötig sind die Bestandsaufnahmen durch ansagende Personen und aufschreibende Mitarbeiter durchzuführen.
  • Inventuranweisungen, Aufnahmepläne, Originalaufzeichnungen und die endg. Bestandsaufnahmelisten sind aufzubewahren.
  • Fremdvorräte (Kommissionswaren) sind getrennt zu lagern und ggf. gesondert zu erfassen.
  • Eigene Vorräte sind immer zu erfassen (auch minderwertige Vorräte, rollende oder schwimmende Waren).
  • Bei der Inventur können Diktiergeräte verwendet werden. Tonbänder können gelöscht werden, wenn alle Angaben in die Inventurlisten übernommen wurden.

Der Abschlussprüfer hat die Inventur des Anlagenvermögens und der Vorräte zu überprüfen. Vgl. hierzu IDW PS 301 (=> siehe oben); in Abschn. 4 stehen Einzelheiten, auf was bei der Inventurprüfung zu achten ist. Als Arbeitshilfe werden folgende zwei FARR-Prüferchecklisten (IDW-Verlag, siehe oben bei Quellen) empfohlen:

  • Nr. 3: für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren, unfertige Erzeugnisse / Leistungen und für Sachanlagen
  • Nr. 6: für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (Materiallager) sowie Waren
 

6. APAS: Erster Tätigkeitsbericht der APAS am 05.10.2017 veröffentlicht

Quellen:

  • BAFA: Pressemitteilung vom 05.10.2017: Erster Bericht zur Tätigkeit der Abschlussprüferaufsichtsstelle veröffentlicht.
  • WPK: Mitteilung vom 06.10.2017 an die Gremienmitglieder der WPK.
  • APAS: Jahresbericht 2016: Inspektionen, Berufsaufsicht, Marktbeobachtung, Aufsicht über die WPK, Internationale Zusammenarbeit.
  • IDW: Erster Bericht zur Tätigkeit der Abschlussprüferaufsichtsstelle veröffentlicht, WPg 22.2017, S. 1297 ff.

Die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) wurde am 17.06.2016 durch das APAReG beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingerichtet.

Sie verfolgt das Ziel, die Qualität der Abschlussprüfung zu stärken und somit zu mehr Vertrauen in die Qualität und Glaubwürdigkeit der externen Berichterstattung von Unternehmen beizutragen. Der Bericht informiert über das 1. Halbj. 2016 seit Einrichtung der neuen Aufsichtsbehörde, das vor allem durch den Aufbau der APAS und die Gewinnung von Personal gekennzeichnet war. Hier ein kurzer Überblick entlang der Gliederung des Berichts:

1. Vorwort des Leiters der APAS (Hr. Ralf Bose)

2. Einrichtung und Aufbau

Die APAS untergliedert sich in zwei Unterabteilungen mit jeweils vier Referaten:

APAS
Inspektionen und Qualitätskontrolle Berufsaufsicht und Marktbeobachtung
Grundsatz und Verfahrensfragen,
Recht
Grundsatz Berufsaufsicht
Inspektionen 1 (Banken, Versicherungen) EU- und Internat. Angelegenheiten
Inspektionen 2 (Industrie, Handel) Berufsaufsicht
Fachaufsicht Qualitätskontrolle Fachaufsicht WPK, Marktbeobachtung

Die Leitung der APAS bilden der Leiter (Hr. Bose) und die beiden Unterabteilungsleiter (Hr. Koks, Fr. Schulz-Vollhard). Zum 31.12.2016 waren insg. 36 Mitarbeiter für die APAS tätig (überwiegend von der WPK übernommen).

2.1. Geschäftsordnung

Das BMWi hat am 08.06.2016 eine Geschäftsordnung erlassen, die am 17.06.2016 in Kraft getreten ist.

2.2. Beschlusskammern

Es gibt eine Beschlusskammer „Inspektionen“ und eine Beschlusskammer „Berufsaufsicht“. Beide Kammern haben einen Vorsitzenden (der fachl. zuständige Unterabteilungsleiter) und vier Beisitzer.

2.3. Verfahrensregelungen

Der Leiter der APAS hat ergänzend zur WPO eine Verfahrensordnung für die Durchführung der Inspektionen und der berufsrechtl. Ermittlungen im Aug. 2017 erlassen.

2.4. Fachbeirat

Derzeit gibt es fünf Mitglieder des Fachbeirats, insb.:

  • Vorsitzende: Frau WP/StB Prof. Dr. Bettina Thormann, Vizepräsidentin der DPR
  • Stellv. Vorsitzender: Herr Dr. Herbert Meyer, Präsident a.D. der DPR

2.5. Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt nicht mehr wie noch bei der APAK über eine Kostentragungspflicht der WPK (also mittelbar durch den Berufsstand), sondern aus kostendeckenden Gebühren (insb. für Inspektionen; hierzu gibt es eine Gebührenordnung von 2016) und der Rest aus dem Bundeshaushalt.

3. Aufgaben der APAS

3.1. Inspektionen

3.1.1 Gegenstand, Art und Umfang der Inspektionen

3.1.2 Ablauf des Inspektionsverfahrens

3.1.3 Inspektionsverfahren in 2016

  • 15 lfd. Inspektionsverf. wurden auf die APAS übergeleitet
  • 8 weitere Inspektionen wurden neu angeordnet

3.2. Berufsaufsicht

3.2.1 Berufsaufsichtsverfahren

3.2.2 Berufsaufsichtliche Maßnahmen

  • z.B. befristetes Tätigkeitsverbot, befristetes Berufsverbot und Geldbuße von T€ 50 bis T€ 500

3.2.3 Überblick über Berufsaufsichtsverfahren

  • 62 lfd. Ermittlungsverfahren wurden von der WPK auf die APAS übergeleitet
  • 19 weitere Verfahren wurden von der APAS neu eingeleitet

3.2.4 Berufsgerichtliche Verfahren

3.2.5 Veröffentlichung

  • Neu ist, dass berufsaufsichtl. Maßnahmen gegen Abschlussprüfer oder WPG in angemessener Weise öffentlich bekanntgemacht werden, wenn sie bestandskräftig sind.

3.2.6 Informationsaustausch mit DPR/BaFin

3.2.7 Anträge

Beispiel: Entscheidung über Anträge über eine Verlängerung des Mandats des APr um max. zwei Jahre, obwohl die Höchstlaufzeit für das Mandat bereits abgelaufen ist (in 2016 wurden zwei solche Anträge gestellt).

 

7. KfQK: Bericht über die Sitzung am 24.10.2017

Quelle: Neu auf www.wpk.de

Besprechungspunkte

  • Jahresbericht 2016 der APAS
  • Erfahrungsaustausch mit Prüfern für QK
  • Prüfer für Qualitätskontrolle - Tätigkeit im Bereich gesetzlicher Abschlussprüfungen

    PfQK müssen nach der Neuregelung der Registrierungsvoraussetzungen durch das APAReG auch nach ihrer Registrierung als PfQK alle drei Jahre ihre Tätigkeit im Bereich gesetzlicher Abschlussprüfungen nachweisen. Die KfQK hat ihre Beratungen zu Kriterien für die Anforderungen an die Erfüllung dieser Registrierungsvoraussetzung und die Nachweisführung fortgesetzt, damit sich PfQK inhaltlich auf diese neue Anforderungen vorbereiten können. Ein unterstützender Hinweis wird zeitnah veröffentlicht werden.
  • Ermittlung der Stichprobe zur Auftragsprüfung bei einer QK

    Die KfQK hat sich in ihrem Ausschuss „Grundsätze QK“ mit der Ermittlung der Stichprobe für die Prüfung der Auftragsabwicklung befasst. Zu diesem Themenkreis wird sie zeitnah einen Hinweis veröffentlichen, der den PfQK eine Hilfe bei der Ermittlung der Stichprobe sowie zur Berichterstattung dazu sein soll. Darüber hinaus ist vorgesehen, einen ergänzenden Aufsatz zu veröffentlichen.
  • Durchführung von QK-Prüfungsumfang bei einer QK eines genossenschaftlichen Prüfungsverbandes, der auch § 319a HGB-Mandate betreut
  • Aufsicht über PfQK und Teilnahme an QK
 

8. WPK: Neues Geldwäschegesetz und neues Transparenzregister

Quellen:

  • WPK: Newsletter vom 19.10.2017: Bekämpfung der Geldwäsche - Anordnungen der WPK zu den internen Sicherungsmaßnahmen (§ 6 Abs. 9 GwG) sowie zur Bestellung eines Geldwäschebeauftragten (§ 7 Abs. 3 Satz 1 GwG).
  • WPK: Newsletter vom 19.10.2017: Bekämpfung der Geldwäsche: Hinweisgeberstelle GwG bei der WPK.
  • Steuerberaterkammer Berlin: Neues Transparenzregister zu wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen, News vom 04.09.2017.
  • Steuerberaterkammer Berlin: Rundschreiben zur Geldwäscheprävention, News vom 20.11.2017 (mit div. Hilfsmitteln).
  • Schaub: Das neue Transparenzregister naht - Überblick über die Regelungen und praktische Auswirkungen für Personenvereinigungen, DStR 26/2017, S. 1438 ff.

a) Interne Sicherungsmaßnahmen und Geldwäschebeauftragter

Die WPK hat ihre Anordnungen zu den internen Sicherungsmaßnahmen sowie zur Bestellung eines Geldwäschebeauftragten an das am 26.06.2017 in Kraft getretene, neu gefasste Geldwäschegesetz (GwG) angepasst. Materielle Änderungen gibt es in folgenden Bereichen:

Die Anordnung zu den internen Sicherungsmaßnahmen wurde um die Neuregelungen im Katalog des § 6 GwG ergänzt, so dass bei Nichtüberschreitung des unveränderten Größenmerkmals (10 Berufsträger) auch insoweit eine Befreiung greift. Ausgenommen bleiben interne Sicherungsmaßnahmen nach § 6 Abs. 6 GwG.

Hinsichtlich der Befreiung von internen Sicherungsmaßnahmen nach § 6 Abs. 2 Nr. 3 GwG ist auf die Anzahl der in der Gruppe tätigen Berufsträger abzustellen.

Auch für die Frage, ob für sämtliche gruppenangehörigen Einheiten ein Geldwäschebeauftragter zu bestellen ist, kommt es auf die Anzahl der in der Gruppe tätigen Berufsträger an.

b) Neue Hinweisgeberstelle GwG bei der WPK

Als Aufsichtsbehörde nach dem GwG hat die WPK gem. § 53 GwG ein System zur Annahme von Hinweisen zu potentiellen oder tatsächlichen Verstößen gegen die Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch ihre Mitglieder eingerichtet. Informationen zu Funktion, Zugang sowie zum Schutz von Hinweisgebern stehen jetzt im Mitgliederbereich der WPK zur Verfügung. Die WPK hat hierfür extra einen Anrufbeantworter geschaltet.

c) Das neue elektronische Transparenzregister

Kernstück des neuen GwG ist die Einführung eines zentralen elektronischen Registers über die wirtschaftlichen Berechtigten von Unternehmen („Transparenzregister“ = TR).

Als „wirtschaftlich Berechtigter“ gilt bei Kapital- und Personengesellschaften jede natürliche Person, unter deren unmittelbarer oder mittelbarer Kontrolle die Gesellschaft steht. Dies wird insb. dann angenommen, wenn eine Person mehr als 25 % der Anteile hält bzw. der Stimmrechte kontrolliert oder auf andere Weise (z.B. durch vertragl. Vereinbarungen) Kontrolle über die Gesellschaft ausübt (§ 3 Abs. 2 GwG).

Im TR enthalten sind vor allem die Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten von jur. Personen des Privatrechts (u.a. AG, GmbH) und in öffentl. Registern eingetragenen Personengesellschaften (u.a. OHG, KG, PartG; mangels Registereintragung nicht die GbR).

Über das TR sind ab 27.12.2017 folgende Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten zugänglich: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Wohnort sowie Art und Umfang des wirtschaftl. Interesses, d.h. Angaben dazu, woraus die Stellung als wirtschaftlich Berechtigter folgt (z.B. Höhe der Kapitalanteile oder der Stimmrechte, Funktion als gesetzl. Vertreter der Gesellschaft).

WICHTIG: Durch die Einführung des TR kann sich auch für WPG, BPG oder StBGesellschaften und PartG eine neue Mitteilungspflicht ergeben. Soweit die Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten nicht bereits in anderen öffentl. Registern enthalten sind („Mitteilungsfiktion“), sind jur. Personen und eingetragene Personengesellschaften nach § 20 Abs. 1 GwG verpflichtet, die Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten erstmals bis zum 01.10.2017 an das TR zu melden.

Die Verletzung der Mitteilungspflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 100 T€ bzw. im Wiederholungsfall bis zu 1,0 Mio. € geahndet werden (§ 56 Abs. 1 Nr. 56 GwG).

Wegen Einheiten verweisen wir auf die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 1/2018“ (A. TOP 4); vgl. unten TOP 19.

 

9. Wann machen Sie Ihre jährliche „kleine“ Nachschau (§ 55b Abs. 3 WPO)?

Quellen:

  • Farr: Die „kleine“ jährliche Nachschau nach § 55b Abs. 3 WPO - Abgrenzung zur umfassenden regelmäßigen Nachschau, WPg 23/2017, S. 1368 ff.
  • Farr: Das neue Qualitätssicherungssystem für Kleinpraxen, WPg 06.2017, S. 299 ff., hier S. 305 ff.
  • Petersen: Nachschau; Wie werden die sensiblen Unterlagen am besten verwahrt?, WPK Magazin 4/2016, S. 23 f.

Die Nachschau wird für WP/vBP, die gesetzl. Abschlussprüfungen nach § 316 HGB durchführen, erstmals im Gesetz geregelt (§ 55b Abs. 3 WPO). Danach ist das interne QSS „zumindest hinsichtlich der Grundsätze und Verfahren für die Abschlussprüfung, für die Fortbildung, Anleitung und Kontrolle der Mitarbeiter sowie für die Handakte einmal jährlich zu bewerten“. Für diese sog. „kleine“ jährliche Nachschau gelten folgende Grundsätze:

Anwendungsbereich: Die jährliche Nachschau betrifft nur Berufsangehörige, die gesetzliche Abschlussprüfungen nach § 316 HGB durchführen.

Startpunkt und Turnus: Die jährliche Nachschau ist seit dem 17.06.2016 einmal pro Jahr durchzuführen. Der Beginn des Jahresturnus kann frei gewählt werden. Die „kleine“ Nachschau kann auch mit der umfassenden Nachschau (Zeitraum zwischen 1 und 6 Jahren, i.d.R. alle 3 Jahre) zusammengefasst werden.

Gesetzlicher Mindestumfang: Beurteilung des QSS zumindest hinsichtlich der Grundsätze und Verfahren für die Abschlussprüfung, für die Fortbildung, Anleitung und Kontrolle der Mitarbeiter sowie für die Handakte.

Handakte: Aus dem Begriff „Handakte“ (jetzt „Prüfungsakte“ gemäß § 51b Abs. 5 WPO) ergibt sich, dass mindestens eine Auftragsprüfung in die „kleine“ jährliche Nachschau einzubeziehen ist (Wirksamkeitsprüfung).

Person des Nachschauers: Hier bestehen keine Besonderheiten gegenüber der umfassenden Nachschau. Wichtig sind vor allem fachliche und persönliche Geeignetheit sowie Prozessunabhängigkeit des Nachschauers.

Behebung von Mängeln: Nach § 55b Abs. 3 Satz 2 WPO haben die Berufsangehörigen im Fall von Mängeln im QSS die zu deren Behebung erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.

Nachschaubericht: Die Berufsangehörigen haben einmal jährlich in einem Bericht Folgendes zu dokumentieren (§ 55b Abs. 3 Satz 3 WPO):

  • die Ergebnisse der Bewertung nach § 55b Abs. 3 Satz 1 WPO,
  • Maßnahmen, die nach § 55b Abs. 3 Satz 2 WPO ergriffen oder vorgeschlagen wurden,
  • Verstöße gegen Berufspflichten oder gegen die EU-Verordnung, soweit diese nicht
    nur geringfügig sind,
  • die aus den o.g. Verstößen erwachsenen Folgen und die zur Behebung der Verstöße
    ergriffenen Maßnahmen.

Qualitätskontrolle: Die PfQK werden bei den anstehenden Qualitätskontrollen darauf achten, dass die gesetzlich geregelte „kleine“ Nachschau auch wirklich einmal pro Jahr durchgeführt und ein Bericht hierüber verfasst wird. Beachten Sie also unbedingt die jährliche Nachschau nach § 55b Abs. 3 WPO.

Wegen Einzelheiten verweisen wir auf die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 1/2018“ (C. TOP 1); vgl. unten TOP 19.

 

10. IDW: Der ehrenamtliche IDW-Vorstand wurde neu aufgestellt

Anlässlich des IDW-Wirtschaftsprüfertags in Baden-Baden am 14.11.2017 wurde der neue IDW-Vorstand vorgestellt. Mit WP StB Andrea Bruckner wurde eine neue Vorsitzerin des Vorstands gewählt; seit der Gründung des IDW im Jahre 1932 die erste Vorsitzerin!

Laut der IDW Presseinformation 12/2017 geht der Wechsel von Andrea Bruckner in den Vorstandsvorsitz mit rasch voranschreitenden Herausforderungen des Berufsstandes einher. In Zeiten globaler Umbrüche und neuer Technologien entwickelt sich der Wirtschaftsprüfer zunehmend zu einem multidisziplinären Dienstleister.

  • Ehrenamtlicher Vorstand
  Jahrgang Vorstand seit Firma, Ort
1. WP, StB Andrea Bruckner
Vorsitzerin (seit 11/2017)
1963 10/2011 BDO, München
2. WP, StB Prof. Dr. Peter
Wollmert, Stellv. Vorsitzer
(seit 11/2017)
1963 10/2011 EY, Stuttgart
3. WP, StB Dr. Peter Bartels 1965 10/2015 PwC, Hamburg
4. WP, StB Dr. Christian
Janßen
1957 10/2015 Ebner Stolz, Köln
5. WP, StB Dr. Werner Kleinle 1957 10/2015 Wirtschaftstreuhand,
Stuttgart
6. WP, StB Ingmar Rega 1968 11/2017 KPMG, Frankfurt
  • Geschäftsführender Vorstand
  Jahrgang Vorstand seit
1. WP, StB Prof. Dr. Klaus-
Peter Naumann, Vorstandssprecher
1959 01/2002
2. WP, StB Dr. Klaus-Peter Feld 1966 07/2006
3. RA Dr. Daniela Kelm, LL.M. 1975 01/2016
 

11. IDW: Wichtiges aus IDW Life 10.2017 und 11.2017

a) IDW Life 10.2017

Zu IDW PS 400 n.F.: Der neue Bestätigungsvermerk, Formulierungsbeispiele (Stand: 15.09.2017), IDW Life 10.2017, S. 1143 ff. => vgl. unten TOP 13

IDW ES 6 n.F.: Anforderungen an Sanierungskonzepte (Stand: 08.09.2017), IDW Life 10.2017, S. 1151 ff.; IDW News exklusiv vom 19.09.2017; WPg 20.2017, S. 1221.

b) IDW Life 11.2017

IDW EPS 270 n.F.: Die Beurteilung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung (Stand: 19.10.2017), IDW Life 11.2017, S. 1203 ff. => vgl. unten TOP 12

IDW ERS HFA 11 n.F.: Bilanzierung entgeltlich erworbener Software beim Anwender (Stand: 25.10.2017), IDW Life 11.2017, S. 1220 ff.; IDW News exklusiv vom 27.10.2017; WP Praxis 12/2017, S. 318.

IDW ERS HFA 31 n.F.: Aktivierung vom Herstellungskosten (Stand: 15.09.2017), IDW Life 11.2017, S. 1226 ff.; WP Praxis 12/2017, S. 318.

Wegen Einzelheiten verweisen wir auf die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 1/2018“ (B. TOP 2); vgl. unten TOP 19.

 

12. IDW: Der neue IDW EPS 270 n.F. zur Beurteilung der Fortführungsprämisse ist da!

Quellen: IDW EPS 270 n.F.: Beurteilung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Stand: 19.10.2017), IDW Life 11.2017, S. 1203 ff.; IDW News exklusiv vom 23.10.2017; WP Praxis 12/2017, S. 319.

Der IDW PS 270 (Stand: 09.09.2010) wurde vom HFA völlig überarbeitet und als IDW EPS 270 n.F. (Stand: 19.10.2017) nun veröffentlicht. Gegenüber den bisherigen Anforderungen ergeben sich insb. folgende Änderungen (Vorbem. zu IDW EPS 270 n.F., Zitat):

  • „IDW EPS 270 n.F. entwickelt den bislang verwandten Begriff der erheblichen Unsicherheit fort, der im Einklang mit ISA 570 (Revised) künftig als wesentliche Unsicherheit bezeichnet wird. Wesentliche Unsicherheiten entsprechen dem Begriff der bestandsgefährdenden Risiken nach § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB (vgl. Tz. A3).
  • Eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, wenn diese bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, und das Unternehmen daher möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen.
  • Im Fall eines Abschlusses, der nach Rechnungslegungsgrundsätzen zur sachgerechten Gesamtdarstellung aufgestellt wird (z.B. Abschlüsse nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB oder nach den IFRS), besteht eine wesentliche Unsicherheit, wenn ihre Angabe im Abschluss erforderlich ist, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erreichen (vgl. Tz. 23).
  • Bei Abschlüssen, die nach Rechnungslegungsgrundsätzen zur Ordnungsmäßigkeit aufgestellt werden (z.B. Abschlüsse, die nach den für alle Kaufleute geltenden Vorschriften des HGB (§§ 238 bis 256a HGB) aufgestellt wurden), besteht eine wesentliche Unsicherheit, wenn entsprechende Erläuterungen im Abschluss erforderlich sind, um einen irreführenden Abschluss zu vermeiden (vgl. Tz. 23).
  • Dieser IDW Prüfungsstandard legt erstmals dar, dass eine Angabepflicht über eine wesentliche Unsicherheit in sämtlichen HGB-Abschlüssen besteht. In der Regel erfolgen diese Angaben im Anhang. Im Falle eines HGB-Abschlusses, der nach Rechnungslegungsgrundsätzen zur Ordnungsmäßigkeit aufgestellt wird, können diese Ausführungen bspw. unter der Bilanz erfolgen (vgl. Tz. 9 sowie Folgeänderung des IDW RS HFA 17, Tz. 2).
  • Auch im Lagebericht besteht unverändert die Notwendigkeit, wesentliche Unsicherheiten (bestandsgefährdende Risiken) anzugeben. Verweise zwischen Abschluss und Lagebericht sind zulässig (vgl. Tz. 9).
  • Falls der Abschlussprüfer zu der Schlussfolgerung kommt, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, hat er festzustellen, ob die entsprechenden Angaben im Anhang und - sofern einschlägig - im Lagebericht gemacht wurden (vgl. Tz. 24).
  • Der Abschlussprüfer hat in diesem Fall einen Hinweis auf die Angabe im Abschluss und - sofern einschlägig - im Lagebericht in einen gesonderten Abschnitt des Bestätigungsvermerks aufzunehmen (vgl. Tz. 29 f.). Anlage 1 enthält Formulierungsbeispiele für diesen Hinweis. Enthalten der Abschluss und - sofern einschlägig - der Lagebericht keine angemessene Angabe über eine wesentliche Unsicherheit, ist das Prüfungsurteil einzuschränken oder zu versagen (vgl. Tz. 31 f.).
  • Eine Bilanzierung unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist unangemessen, wenn die gesetzlichen Vertreter mit hoher Wahrscheinlichkeit gezwungen sind (d.h. die gesetzlichen Vertreter haben keine realistische Alternative hierzu) oder sich dafür entschieden haben, das gesamte Unternehmen zu liquidieren oder die Geschäftstätigkeit einzustellen (vgl. Tz. A33). Sofern die gesetzlichen Vertreter dennoch den Abschluss unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt haben, hat der Abschlussprüfer das Prüfungsurteil versagen (vgl. Tz. 29).

Wegen Einzelheiten verweisen wir auf die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 1/2018“ (A. TOP 2); vgl. TOP 19.

 

13. Der neue Bestätigungsvermerk für den JA 2018 - Formulierungsbeispiele

Quellen:

  • IDW Webseite, Rubrik „Mein IDW/Im Fokus exklusiv“.
  • Berichterstattung über die 249. HFA-Sitzung vom 15.09.2017.
  • Formulierungsbeispiele, IDW Life 10.2017,S. 1143 ff.
  • IDW News Exklusiv vom 27.07.2017; IDW Infocenter vom 25.09.2017.

Das IDW hat am 27.09.2017 darüber informiert, dass sich der HFA - anders als noch im IDW EPS 400 n.F. (Stand: 16.12.2016) - nunmehr für eine Zusammenführung der Prüfungsurteile zum Abschluss und Lagebericht sowie der Beschreibung der Verantwortlichkeiten ausgesprochen hat. Da die Prüfung beider Berichtsinstrumente in der Wahrnehmung der Adressaten in einem engen Zusammenhang stehen, hat der HFA die Ausführungen zum Abschluss und zum Lagebericht im Bestätigungsvermerk (BV) zusammengefasst, auch wenn die ISA insoweit einem anderen Darstellungskonzept folgen.

  • Zeitplan:
    • Die gesamte IDW PS 400er-Reihe soll in der HFA-Sitzung im Nov. 2017 verabschiedet und in Dez. 2017 veröffentlicht werden.
    • Zur Vorbereitung der Bestätigungsvermerke im Jahr 2018 wurden zwei Formulierungsbeispiele entwickelt, die den Inhalt und die Struktur des künftigen BV illustrieren:
      (1) Nicht-PIE: Uneingeschränkter BV bei einem nach HGB aufgestellten JA und LB eines Unternehmens, das kein Unternehmen von öffentl. Interesse ist.
      (2) PIE: Uneingeschränkter BV bei einem IFRS-Konzernabschluss und einem HGB-Konzernlagebericht eines Unternehmens von öffentl. Interesse.
  • Anwendungszeitpunkt des neuen BV:
    • § 322 HGB enthält keine Einschränkung, die Vermerke zum JA und LB auch auf verschiedene Abschnitte aufzuteilen. Diese Alternative (IDW EPS 400 n.F. vom 16.12.2016) soll noch während des Jahres 2018 aufrechterhalten werden.
    • Die Neufassung (IDW PS 400 n.F. vom Nov. 2017) gilt verbindlich erstmalig für im Jahr 2019 erteilte BV, bei kalenderjahrgleichem GJ also für Prüfungen der JA zum 31.12.2018. Eine freiwillige frühere Anwendung ist zulässig.
    • Bei der Prüfung von Nicht-PIE empfiehlt sich für den Fall, dass der IDW PS 400 n.F im Jahr 2018 nicht freiwillig vorzeitig angewendet wird, die weitere Anwendung des bisherigen BV (IDW PS 400 a.F. vom 28.12.2014). Hier ist das nach BilRUG geänderte Prüfungsurteil zum LB (zzgl. vier Worte) zu beachten.
    • Bei PIE ist die Anwendung des alten IDW PS 400 für GJ, die nach dem 16.06.2016 beginnen, dagegen nicht mehr zulässig (entspricht nicht den EU-Anforderungen an die Prüfung von PIE).

Wegen Einheiten vgl. die Veranstaltungsreihen „WP aktuell 2/2017“ (A. TOP 3) und „WP aktuell 1/2018“ (B. TOP 4); vgl. unten TOP 19.

 

14. DRSC: Der DRÄS 8 zur Anpassung des DRS 20 und der E-DRS 33 zur „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“

a) DRÄS 8

Quellen:

  • DRSC: Newsletter vom 22.9.2017.
  • IDW: DRSC verabschiedet DRÄS 8 zur nichtfinanziellen Berichterstattung, WPg 2017, S. 1189; ferner S. 373, 566, 810, 944.
  • DRSC verabschiedet DRÄS 8: Ergänzung des DRS 20 um die nichtfinanzielle Berichterstattung, WP Praxis 11/2017, S. 294.
  • PwC: DRÄS 8: Änderungen an DRS 20 „Konzernlagebericht“, HGB direkt, Ausg. 5, Nov. 2017.
  • Änderungen des DRS 20 aufgrund des CSR-RLUG durch den DRÄS 8,StuB 21/2017, S. 805 ff.

Das DRSC hat den Deutschen Rechnungslegungs Änderungsstandard Nr. 8 verabschiedet. Mit DRÄS 8 wird vorrangig DRS 20 Konzernlagebericht an die geänderten gesetzl. Anforderungen angepasst, die sich aus dem Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz - CSR-RUG am 19.04.2017 in Kraft getreten) ergeben. Der DRS 20 enthält zwei neue Abschnitte, nämlich zum einen die Angaben zum Diversitätskonzept für die Leitungsorgane und zum anderen die nichtfinanzielle (Konzern-) Erklärung. Die neuen Anforderungen gelten für nach dem 31.12.2016 beginnende Geschäftsjahre, d.h. i.d.R. ab GJ 2017.

Darüber hinaus werden mit DRÄS 8 redaktionelle Anpassungen an sämtlichen anderen DRS vorgenommen (Verschiebungen von Paragraphen im Gesetz, insb. von § 315a HGB a.F. zu § 315e HGB n.F.).

Der geänderte DRS 20 wird mit der nächsten Ergänzungslieferung für die DRS noch im Jahr 2017 erscheinen.

b) E-DRS 33

Quellen:

  • DRSC: Newsletter vom 01.09.2017 (Verlautbarung im Download unter: www.drsc.de).
  • IDW: Währungsumrechnung im Konzernabschluss (E-DRS 33), WPg 19.2017, S. 1119.
  • PwC: E-DRS 33 Währungsumrechnung im Konzernabschluss, HGB direkt, Ausg. 4, Sept. 2017.
  • WPK: E-DRS 33 Währungsumrechnung im Konzernabschluss veröffentlicht, Neu auf wpk.de vom 07.09.2017.
  • WP-Praxis: E-DRS 33 Währungsumrechnung im Konzernabschluss, Heft 10/2017,S. 264.

Das DRSC veröffentlichte am 01.09.2017 den Entwurf des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 33 (E-DRS 33). Damit sollen die Grundsätze der Währungsumrechnung nach § 308a HGB sowie die Grundsätze zur Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung in den Handelsbilanzen II der einbezogenen Unternehmen konkretisiert und Anwendungsfragen anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht werden.

Anwendungsbereich: Anzuwenden ist der neue Standard für alle Mutterunternehmen, die zur Aufstellung eines handelsrechtl. Konzernabschlusses nach §§ 290 ff. HGB oder eines Konzernabschlusses nach §§ 11 ff. PublG verpflichtet sind oder dies freiwillig tun. Für Mutterunternehmen, die einen Konzernabschluss nach internat. Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufstellen, gilt der Standard nicht. Eine entsprechende Anwendung der Regelungen zur Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften sowie zu den Angaben im Anhang wird empfohlen.

Anwendungszeitpunkt: Die neuen Regelungen sollen nach endg. Verabschiedung des Standards erstmals für nach dem 31.12.2018 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden sein (i.d.R. GJ 2019). Eine frühere vollumfängliche Anwendung ist zulässig und wird empfohlen (E-DRS 33.106).

 

15. Verspätete Offenlegung - Keine Zurechnung des Verschuldens des StB (LG Bonn, Beschluss vom 31.01.2017)

Quellen: Verspätete Offenlegung - Keine Zurechnung des Verschuldens des Steuerberaters nach § 335 Abs. 5 S. 2 HGB bei Versäumnis der Nachfrist, DStR 26.2017, S. 1444 ff.

Das LG Bonn hat folgenden Beschluss gefasst (30.01.2017 - 36 T 435/16, rkr.): 

„§ 335 Abs. 5 S. 2 HGB ist verfassungskonform dahingehend auszulegen, dass der offenlegungspflichtigen Kapitalgesellschaft das Verschulden gesetzlicher Vertreter zuzurechnen ist und darüber hinaus auch das Verschulden der in die innerbetriebliche Organisation eingebundenen und im Hinblick auf die Erfüllung der Offenlegungsverpflichtung intern beauftragten Mitarbeiter, nicht aber das Verschulden eines außerhalb der betrieblichen Organisation stehenden Dritten, der mit der Vorbereitung (z.B. Erstellung des Jahresabschlusses) und/oder der Offenlegung beauftragt worden ist."

Folgende Leitsätze stehen hier noch

  • Sorgfaltspflichten der Gesellschaft bei Beauftragung eines StB mit Erstellung und Einreichung der JA-Unterlagen
  • Gesellschaft konnte hier auf ordnungsgemäße Pflichterfüllung durch StB-Kanzlei vertrauen - kein Eigenverschulden gegeben
  • Verschulden der beauftragten StB-Kanzlei ist Gesellschaft nicht zuzurechnen
  • § 335 Abs. 5 S. 2 HGB verfassungskonform auszulegen: lediglich Verschulden gesetzlicher Vertreter bzw. in innerbetriebliche Organisation eingebundener Mitarbeiter zurechenbar
  • Verfassungskonformität des § 335 Abs. 5 S. 2 HGB zur Glaubhaftmachungslast der Gesellschaft für fehlendes Verschulden kann offen bleiben
  • Rechtsbeschwerdezulassung - Rechtsfrage zur Zurechnung des Verschuldens des StB bisher ungeklärt

=> Wir sind gespannt, wie diese praxisrelevante Rechtsfrage am Ende geklärt wird.

 

16. Detailliertes BMF-Schreiben vom 06.10.2017 zum Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer

Quellen:

  • BMF: Schreiben vom 06.10.2017: Einkommensteuerliche Behandlung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b, § 9 Abs. 5 und § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG.
  • tax news: Umfangreiches BMF-Schreiben zum Abzug von Aufwendungen für ein Arbeitszimmer, vom 13.10.2017.

Die Frage der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer ist häufig Gegenstand von Gesprächen mit Mandanten und Diskussionen mit den Finanzbehörden.

Zu dieser Problematik hat nun das BMF mit einem umfangreichen Schreiben vom 06.10.2017 Stellung genommen (siehe dazu auf der Webseite des BMF). Hier die Gliederung des BMF-Schreibens:

  1. Grundsatz => persönlicher Höchstbetrag von 1.250 €
  2. Anwendungsbereich der gesetzlichen Regelung => § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b und § 9 Abs. 5 EStG
  3. Begriff des häuslichen Arbeitszimmers => Beispiele dazu
  4. Betroffene Aufwendungen => Beispiele dazu
  5. Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung => Beispiele dazu
  6. Für die betriebliche oder berufliche Betätigung steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung => Beispiele dazu
  7. Nutzung des Arbeitszimmers zur Erzielung unterschiedlicher Einkünfte => Beispiele dazu
  8. Nutzung des Arbeitszimmers durch mehrere Steuerpflichtige => Beispiele dazu
  9. Nicht ganzjährige Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers => Beispiele dazu
  10. Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers zu Ausbildungszwecken
  11. Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers in Zeiten der Nichtbeschäftigung
  12. Vermietung eines häuslichen Arbeitszimmers
  13. Besondere Aufzeichnungspflichten
  14. Zeitliche Anwendung => ersetzt das BMF-Schr. v. 02.03.2011 und ist in allen offenen Fällen ab dem VZ 2007 anzuwenden.
 

17. FARR•NIEMANN•QSS online (Version 2018)

a) Die FARR·NIEMANN·QSS Website

Zum FARR·NIEMANN·QSS gibt es eine interessante Website:
www.farr-niemann-qss.de. Dort können Sie unter Quicklinks Folgendes starten:

  1. QSS Fachhandbücher / Module 2017 / 2018 (zum Inhalt)
  2. QSS Fernwartung starten
  3. QSS Präsentationsmodul starten
  4. QSS Demoversion anfordern
  5. QSS Bestellformular (PDF)

b) Das FARR·NIEMANN·QSS

Auf der Website können Sie sich ferner informieren z. B. über die Fachhandbücher des QSS (Version 2018): es gibt derzeit 6 Module mit ca. 1.400 Dokumenten:

 Nr. Fachhandbücher / Module Version Aktualisierungsstand
1 Organisationshandbuch OHB, V 12.0 BilRUG, AReG und APAReG
2 Jahresabschlussprüfung JAP, V 12.0 BilRUG, AReG und APAReG
3 Konzernabschlussprüfung KAP, V 10.0 BilRUG, AReG und APAReG
4 Jahresabschlusserstellung JAE, V 10.0 BilRUG und IDW S 7
5 Makler- und Bauträgerverordnung-
Prüfung
MaBV, V 9.0 Neue MaBV und IDW PS 830 n.F.
6 Finanzanlagenvermittlungsverordnung FinVermV,
V 4.0
FinVermV und IDW PS 840

Das Abschlussprüfungsreformgesetz (AReG) und das Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz (APAReG) sind am 17.06.2016 in Kraft getreten. Der daraus resultierende Anpassungsbedarf im FANI·QSS in 2016 betraf alle 6 Module, insb. OHB, JAP und KAP. Das neue update 2018 (insb. IDW QS 1, etc.) wurde im Oktober 2017 an die Abonnenten versandt.

Mit dem digitalen FANI·QSS arbeiten inzwischen über 370 Kanzleien. In 2014 ist der Beck-Verlag als strategischer Partner in die FARR-NIEMANN GmbH mit eingestiegen. Daher sind die Regelungen und Arbeitshilfen des FANI·QSS seitdem direkt verlinkt mit Gesetzen, dem BeBiKo und den IDW Standards.

PS: Wenn Sie noch Fragen haben, melden Sie sich bitte bei:

  1. Allg. und techn. Fragen an Herrn Bergamasco (Tel.: 089 / 38189965)
  2. Fachliche Fragen an Herrn Dr. Farr (Mobil: 0172 - 3035448).

c) NEU: FARR·NIEMANN·QSS online

Das FANI·QSS online bietet für alle wesentl. Tätigkeiten des WP praxisnahe, sofort anwendbare Lösungen auf der Grundlage der akt. Berufsgrundsätze. Es verfügt über ca. 200 standardisierte Regelungen und über 1.200 Arbeitshilfen zur Qualitätssicherung, die online über Ihren Webbrowser abgerufen werden können.

Die Vorteile des FARR·NIEMANN·QSS online sind:

  1. Umfangreich und flexibel anpassbar: Passen Sie Ihr QSS individuell an Ihre Bedürfnisse an. Jedes der 6 Fachhandbücher kann individuell freigeschaltet werden. Testen Sie das FANI·QSS oder einzelne Fachhandbücher mit einem 30-tägigen Online-Zugang.
  2. Plattformübergreifend überall verfügbar und jederzeit einsatzbereit: Zeit- und arbeitsplatzunabhängiges Arbeiten an Ihrem persönlichen Internet Zugang (zuhause, im Büro, beim Mandant).
  3. Praxiserprobte Arbeitspapiere: Profitieren Sie von der langjährigen berufsständischen Erfahrung. Das FANI·QSS bietet Ihnen einen Zugang zu praxiserprobten Checklisten, Formularen sowie Musterbriefen und -berichten.
  4. Jährliche Online-Aktualisierung der Fachhandbücher: Sie verpassen keine wichtigen gesetzlichen oder berufsständischen Änderungen (z. B. BilRUG, WPO, BS WP/vBP, IDW-Standards).
  5. Minimaler Installations- und Pflegeaufwand: Es wird nur ein internetfähiger Client-Rechner mit akt. Webbrowser benötigt.
  6. Günstige Monatspreise: Die verschiedenen Fachhandbücher liegen bei einem Monatspreis von netto zwischen 30 € und 60 € (bis drei Nutzer; Mindestlaufzeit von 12 Monaten).
 

18. Neue FARR®-Prüferchecklisten (Stand der 18 Checklisten)

In der vom IDW Verlag herausgegebenen Reihe der FARR®-Prüferchecklisten sind derzeit 18 Checklisten mit folgendem Stand erhältlich (Nr. 12 ist ausgelaufen):

Nr. Kurztitel Stand per 01.10.2017 Änderungsbedarf aufgrund Gesetz (in Kraft seit) IDW Standards Neuauflage geplant für
1 Anhang allg. 01.10.2017 NEU CSR-RL-USG (19.04.2017)    
2 Konzernanhang 01.11.2016 BilRUG (23.07.2015)    
3 Inventur allg. 01.11.2013  Keiner IDW PS 301 (24.11.2010)  
4 Lagebericht 01.11.2016 BilRUG (23.07.2015)  IDW EPS 350 n.F. (13.01.2016)  Dez. 2017 (wegen CSR-RL)
5 Anhang kleine GmbH 01.10.2017 NEU  CSR-RL-USG (19.04.2017)    
6 Inventur Warenlager 01.11.2013  Keiner IDW PS 301 (24.11.2010)  
7 Anhang GmbH & Co KG 01.10.2017 NEU CSR-RL-USG (19.04.2017)    
8 Anhang GmbH 01.10.2017 NEU CSR-RL-USG (19.04.2017)    
9 Anhang AG 01.10.2017 NEU CSR-RL-USG (19.04.2017)    
10 Prüfungsbericht 01.05.2017 AReG (17.06.2016)  IDW EPS 450 n.F. (14.12.2016)   
11 Erstellungsbericht 01.07.2010  Keiner  IDW S7 (27.11.2009)  
13 FinVermV 01.10.2015  Keiner IDW PS 840 (05.03.2015)   
14 MaBV 01.10.2015  Keiner  IDW PS 830 (11.06.2011)  
15 Prüferische Durchsicht 01.07.2014  Keiner  IDW PS 900 (01.10.2002)  
16 Anhang IFRS (mit Prof. v. Keitz) 01.04.2016  Regelmäßig alle 2 Jahre   Anfang 2018
17 Konzern-PB 01.05.2017 AReG (17.06.2016) IDW EPS 450 n.F. (14.12.2016)  
18 IT-Prüfung (mit Hr. Krüger) 01.05.2017 Neue IDW Standards    
19 Rückstellungen 01.07.2010  Keiner     
 

19. Die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 2/2017“ läuft noch bis zum 20.12.2017 (in Zusammenarbeit mit der IDW Akademie) - Hier sind die Themen und Termine; am 07.05.2018 startet „WP aktuell 1/2018“

Seminarreihe „WP aktuell“ => Bitte rechtzeitig anmelden, da die Seminare teilweise schnell ausgebucht sind!

Veranstalter ist die IDW Akademie GmbH. Referent ist Herr Dr. Farr. Bitte melden sie sich hierzu bei der IDW Akademie GmbH online an (=> www.idw-akademie.de => Veranstaltungen, dann ganz unten „WP aktuell“, Serie 1 bzw. Serie 2).

Der Seminarpreis (inkl. Mittagessen, 2 Kaffeepausen, Getränken und umfangreichen Seminarunterlagen) beträgt ab 2018:

  • Für IDW-Mitglieder: 330,00 € zzgl. USt
  • Für Nichtmitglieder: 560,00 € zzgl. USt

a) Die restlichen Termine für „WP aktuell 2/2017“ sind (jeweils 09:30 bis ca. 17:30 Uhr):

12.12.2017 Stuttgart Nr. 2
13.12.2017 Freiburg
14.12.2017 Mannheim
18.12.2017 München Nr. 2
20.12.2017 Augsburg

b) Die Themen für „WP aktuell 2/2017“ sind:

A. Schwerpunktthemen (insb. IDW Verlautbarungen)

  1. Prüfung der Vollständigkeit der Rückstellungen (Drohverlustrückstellungen; IDW RS HFA 4)
  2. Rechnungslegung bei Personenhandelsgesellschaften (IDW ERS HFA 7 n.F.)
  3. Der neue Bestätigungsvermerk für den JA 2017 (IDW EPS 400 n.F., 401, 405, 406)
  4. BilRUG: Neue Offenlegungsregeln für den JA 2016 in 2017 und Konsequenzen unterlassener Offenlegung
  5. Strategien zur Verminderung oder Vermeidung der Offenlegung und Unterstützung durch den WP / StB

B. Neues aus dem Berufsstand (WPK, IDW)

  1. Neues von der WPK (WPK Magazin 2/2017 und 3/2017)
  2. Neues vom IDW (IDW Life 05/2017 bis 09/2017)
  3. Die Berufsgrundsätze der Gewissenhaftigkeit und der kritischen Grundhaltung (§ 4 und § 37 BS WP/vBP)
  4. Prüfungsplanung: Gesamtplanung und Einzelauftrag (§ 4 Abs. 3 und §§ 38, 55, 56 BS WP/vBP)

C. Praxistipps (Arbeitshilfen)

  1. Prüfungsvermerke und -berichte zukünftig elektronisch möglich (Fortsetzung)
  2. Digitalisierung - Auswirkungen auf den Beruf (Wirtschaftsprüfer 2.0)
  3. Akquisition - auch ein Thema für Wirtschaftsprüfer!

D. Schlussbemerkung und Ausblick

c) Die 30 Termine für „WP aktuell 1/2018“ sind (NEU: jeweils 09:15 bis ca. 17:00 Uhr):

07.05.2018 Hannover 19.06.2018 Nürnberg
08.05.2018 Kassel 20.06.2018 Würzburg
23.05.2018 Hamburg Nr. 1 21.06.2018 München Nr. 1
24.05.2018 Kiel 28.06.2018 Stuttgart Nr. 1
25.05.2018 Bremen 29.06.2018 Karlsruhe
28.05.2018 Leipzig 03.07.2018 Düsseldorf Nr. 2
30.05.2018 Frankfurt Nr. 1 04.07.2018 Bielefeld
01.06.2018 Berlin 10.07.2018 Köln Nr. 2
05.06.2018 Köln Nr. 1 11.07.2018 Dortmund
06.06.2018 Koblenz 12.07.2018 Münster
07.06.2018 Düsseldorf Nr. 1 17.07.2018 Stuttgart Nr. 2
12.06.2018 Frankfurt Nr. 2 18.07.2018 Freiburg
13.06.2018 Essen 19.07.2018 Mannheim
14.06.2018 Osnabrück 25.07.2018 München Nr. 2
15.06.2018 Hamburg Nr. 2 27.07.2018 Augsburg
 

20. FARR-Fortbildungsveranstaltungen: Qualitätskontrolle, IKS-Prüfung, IT-Prüfung, etc.

Die FARR Wirtschaftsprüfung GmbH hat für 2017 / 2018 folgende Seminarveranstaltungen für Sie und Ihre Mitarbeiter konzipiert. Vgl. unseren Fortbildungsüberblick 2017 / 2018 in Anlage 1 und das Anmelde-Faxblatt in Anlage 2 dieses Newsletters.

(1) Spezialfortbildung für Prüfer für Qualitätskontrolle bzw. Schulung als Voraussetzung zur Registrierung als PfQK

Referent: WP / StB Dr. Wolf-Michael Farr (reg. Prüfer für Qualitätskontrolle)

a) Regelmäßige Update-Veranstaltungen (mit umfangreicher Fallstudie)

Eintages-Seminar mit folgenden Themen:

  • Das System der QK - Neuerungen bei den rechtlichen Vorschriften (APAReG: WPO, BS WP/vBP, SaQK sowie Hinweise der KfQK und der WPK)
  • Neuerungen beim QSS (WPO, BS WP/vBP, SaQK, IDW QS 1)
  • Prüfung der Vollständigkeit der Grundgesamtheit
  • Neuerungen bei der Durchführung der QK (IDW PS 140)
  • Der Qualitätskontrollbericht (insb. Hinweis der KfQK vom 17.07.2017)
  • Fallstudie zu den 10 Prozessschritten der QK (=> anhand neuer Arbeitshilfen)
Termin Ort Kurs Anmeldung bis
15.12.17 München (am Hbf) 543 sofort
02.02.18 Berlin 578 21.12.17
  (2. Tag von Kurs 575)    
18.09.18 Hamburg 583 21.08.18
26.09.18 Frankfurt (am Hbf) 582 31.07.18
  (2. Tag von Kurs 579)    
27.09.18 München (am Hbf) 584 30.08.18
12.10.18 Berlin 585 31.08.18
07.12.18 Düsseldorf 586 07.11.18

b) Zweitägige Ausbildungsveranstaltung (mit 4 Workshops)

01./02.02.18 Berlin 575 21.12.17
25./26.09.18 Frankfurt (am Hbf) 579 31.07.18

Die Inhalte sind:

1. Tag:

  1. Das System der Qualitätskontrolle (inkl. der Neuerungen aus APAReG: WPO, BS WP/vBP, SaQK sowie IDW QS 1)
  2. Die Anforderungen an den Prüfer für Qualitätskontrolle
  3. Das Qualitätssicherungssystem der Praxis als Prüfungsgegenstand der Qualitätskontrolle (§ 55b WPO; IDW QS 1; Besonderheiten bei Kleinpraxen)

Ferner zwei Workshops

2. Tag:

  1. Die Durchführung der Qualitätskontrolle und Berichterstattung über die durchgeführte QK
    • Prüfung der Vollständigkeit der Grundgesamtheit
    • Der Qualitätskontrollbericht (insb. Hinweis der KfQK vom 17.07.2017)
    • Neuerungen bei der Durchführung der QK (IDW PS 140)
    • Fallstudie zu den 10 Prozessschritten der QK (=> anhand Arbeitshilfen)

Ferner zwei Workshops

(2) IKS-Prüfung bei KMU (zweitägig)

Referent: WP/StB Christian Hecht

Zweitages-Seminar mit folgenden Themen:

  • Überblick über den risikoorientierten Prüfungsansatz (IDW PS 261 n.F.; ISA 315 und 330) und die skalierte Prüfung
  • IKS-Prüfung: Aufbau- und Funktionsprüfungen (Theorie und Praxis)
  • Besonderheiten der IKS-Prüfung bei mittelst. Unternehmen (IDW PH 9.100.1)
  • Div. Fallstudien zu den Bereichen Verkauf, Einkauf, Buchhaltung, Controlling
  • Festlegung von Prüfungsstrategie und -programm auf Basis der IKS-Prüfung
Termin Ort Kurs Anmeldung bis
21./22.06.18 Hamburg 563 24.05.18
29./30.11.18 Frankfurt-Flughafen 564 01.11.18

(3) IKS-Prüfung: Praxisprobleme bei KMU (eintägig)

Referent: WP/StB Christian Hecht

Eintages-Seminar mit folgenden Themen:

  • Die skalierte Abschlussprüfung und das IKS kleiner Unternehmen: Welche Anforderungen und Erleichterungen finden sich in den Prüfungsstandards (IDW PS 261 n.F.; ISA 315 und ISA 330)?
  • Nur wo IKS draufsteht, ist auch IKS drin? Wie finde und evaluiere ich Kontrollen in einer schlecht dokumentierten Unternehmensorganisation?
  • Praxisfall: Kontrollen im Buchhaltungs- und Abschlusserstellungsprozess
  • COSO for SME: Ein Kontrollmodell für die Kleinen!
  • Praxisfall: Einkaufsprozess im kleinen Unternehmen
  • Fraud-Risiken im kleinen Unternehmen: Wie gehen wir damit um?
  • Praxisfall: Entgeltabrechnung
Termin Ort Kurs Anmeldung bis
28.06.18 München (am Hbf) 560 31.05.18
26.10.18 Köln (am Hbf) 561 28.09.18
06.12.18 Hannover (am Hbf) 562 15.11.18

(4) IT-Prüfung „light“ - Anwendung von Checklisten zur IT-Prüfung

Referent: Ralph Krüger, CISA

Eintages-Seminar mit folgenden Themen:

  • Eigenständige Bearbeitung von IT-Prüffeldern durch den WP
  • Einsatz von Checklisten als Werkzeug zur Prüfung und Dokumentation
    • Komplexitätseinstufung der IT-Systeme von KMUs
    • Prüfungsansatz und Prüfungsfelder
  • Pragmatische Herangehensweise an relevante IT-Prüffelder
    • Aufnahme und Prüfung des Informations- und Belegflusses
    • Begehung von Serverräumen und Datensicherung
    • Bewertung von Berechtigungskonzeptionen als „Rückgrat“ des IKS
    • Prüfung technischer Aspekte (Virenschutz und Netzwerksicherheit)
    • Prüfungsansätze für IT-gestützte Bestandsbewertung in Warenwirtschaftssystemen
    • Bewertung von elektron. Archivierungssystemen gem. IDW RS FAIT 3
    • Prüfung von IT-Projekten
Termin Ort Kurs Anmeldung bis
29.06.18 Hamburg 569 01.06.18
02.11.18 Frankfurt-Flughafen 570 05.10.18
23.11.18 München (am Hbf) 571 26.10.18

(5) Aktuelles und Praxisfälle bei der IT-Systemprüfung

Referent: Ralph Krüger, CISA

Eintages-Seminar mit folgenden Themen:

  • Zusammenfassung aktueller IDW-Standards zur IT-Systemprüfung
  • GoBD ersetzen seit 01.01.2015 GoBS und GDPdU - Neuigkeiten und Auswirkungen
  • Pragmatische Prüfung von Archivierungssystemen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
  • Möglichkeiten zur IT-Prozess- und Verfahrensdokumentation bei KMU
  • Datenanalyse im Rahmen der Jahresabschlussprüfung („Journal Entry Testing“ und Abstimmung von Schnittstellen im Bereich der Umsatzerlöse)
  • Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung bei Auslagerung von rechnungslegungsrelevanten Prozessen und Funktionen einschl. Cloud Computing (IDW RS FAIT 5)
  • Darstellung der Anforderungen der Finanzverwaltung
    • Digitale Betriebsprüfung
    • E-Bilanz
    • Elektronische Rechnungslegung
    • Alt-Systemabschaltung
Termin Ort Kurs Anmeldung bis
06.07.18 Stuttgart (am Hbf) 572 08.06.18
08.11.18 Berlin 573 27.09.18
13.12.18 Köln (am Hbf) 574 15.11.18

(6) GoBD im Rahmen der Jahresabschlussprüfung und der Betriebsprüfung

Referent: Ralph Krüger, CISA

Eintages-Seminar mit folgenden Themen:

  1. Pragmatische Erläuterung der GoBD-Anforderungen, u. a.
    • Primärqualifikationsrecht des Steuerpflichtigen
    • Zeitgerechte Erfassung und Ordnung von Grundaufzeichnungen
    • Unveränderbarkeit von Aufzeichnungen und Buchungen
    • Aufbewahrung von elektronischen Belegen
    • Verfahrensdokumentation
    • Maschinelle Auswertbarkeit
  2. Bewertung besonderer Sachverhalte, u.a.
    • Rechnungslegungsrelevanz vs. steuerliche Relevanz vs. Aufbewahrungs- und Aufzeichnungspflicht
    • Voraussetzungen für die ausschließlich elektronische Aufbewahrung von Dokumenten
    • Vernichtung von Originalunterlagen und Sicherstellung des Vorsteuerabzugs
    • Umgang mit E-Mail und elektronischen Rechnungen
    • Kosten- und aufwandsbewusste Abschaltung von Altsystemen
  3. Umgang mit der Betriebsprüfung
    • Praxisberichte (Beispiele)
    • „Formelle Mängel mit sachlichem Gewicht“
    • Strategien und Vorbereitung auf die Betriebsprüfung
Termin Ort Kurs Anmeldung bis
15.06.18 Frankfurt-Flughafen 567 18.05.18
07.12.18 Hamburg 568 09.11.18

(7) Konzernrechnungslegung nach HGB für Fortgeschrittene - Spezialfragen, Beispiele und Fallstudien

Referent: WP/StB Hermann Kleinmanns, BDO AG WPG

Eintages-Seminar mit folgenden Themen:

Spezialfragen, Beispiele und Fallstudien zu:

  • Variable Kaufpreisklauseln beim (Teil-) Unternehmenserwerb
  • Auf- und Abstockungen
  • Übergangskonsolidierungen
  • Endkonsolidierungen
  • Währungsumrechnung
  • Equity-Methode (DRS 8)
  • Latente Steuern im Konzern (DRS 18)
  • Kapitalflussrechnung (DRS 21)
  • Eigenkapitalspiegel (DRS 22)
Termin Ort Kurs Anmeldung bis
11.10.18 Stuttgart (am Hbf) 591 11.09.18
09.11.18 Frankfurt-Flughafen 592 12.10.18
22.11.18 Düsseldorf 593 22.10.18
28.11.18 Berlin 594 17.10.18
 

Anlagen

Nachfolgend der Download der Anlagen 1 und 2

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Impressum

Dieser Newsletter ist ein kostenloser Service der FARR Wirtschaftsprüfung GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin. Die Erscheinungsweise ist drei bis vier Mal pro Jahr.

Verantwortlich:

WP / StB Dr. Wolf-Michael Farr - Geschäftsführer
Cicerostraße 2, 10709 Berlin
Telefon: 030 / 263498-30
Telefax: 030 / 263498-31
E-Mail:
Internet: www.farr-wp.de
Sitz: Berlin, Amtsgericht Charlottenburg, Handelsregister HRB 91470

Allgemeine Hinweise:

Wir hoffen, dass unsere Informationen und Praxistipps für Sie hilfreich sind und stehen Anregungen und Kritik offen gegenüber. Wünsche und Anregungen zum Newsletter können Sie uns gerne übermitteln =>.

Sind Sie von dem Nutzen des Newsletters nicht überzeugt, dann können Sie sich auf unserer Homepage wieder abmelden => www.farr-wp.de/newsletter/abmelden.

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